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Schnittzeitpunktermittlung 2016 - 2. Mitteilung

Trotz Zuwachs, Erträge weiterhin gering

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Stephan Milhareck, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung GmbH
Dr. Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt M-V, Dummerstorf

Für die letzte Aprildekade hatten wir eine ungewöhnlich kalte Witterung.
Tagestemperaturen im einstel-
ligen Bereich und Nachtfröste waren dem Futterwuchs sicher-
lich nicht zuträglich. Dabei hat sich das angedeutete Feuchte-
defizit nicht weiter aufgebaut. Es gab regional unterschiedlich schon nennens-
werte Niederschläge, deren unmittelbare Wirkung kaum erkennbar war, dem ersten Aufwuchs aber zu Gute kommen wird.

Gegenüber der Vorwoche nahm der Ertrag erwartungsgemäß zu. Beim Ackergras war der stärkste und auf dem Niedermoor der geringste Ertragszuwachs zu ver-
zeichnen. Allerdings fehlt es bisher, auch im Vergleich zu anderen Jahren, an Masse.

Die Abnahme von Rohasche ist auch zu diesem Zeitpunkt (26.04.2016) noch auf die sinkenden Mineralstoffgehalte zurückzuführen, die sich auf Grund des Massezuwachses und der naturgemäßen Alterung des Aufwuchses derzeit noch verdünnen. Ebenso war der Verdünnungseffekt für das Rohprotein zu erwarten, wobei sich die Abnahme hier sehr deutlich zeigt.

Rohfett, Zucker und Verdaulichkeit (Gasbildung) nahmen zu. Auch das ist für den Entwicklungsverlauf in diesem Abschnitt normal. Dadurch bedingt sinkt der Energiegehalt in dieser Woche nicht, wie es eigentlich typisch wäre, sondern bleibt etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Die abnehmenden Rohproteingehalte wirken hier ausgleichend auf den Energiegehalt. Die Fasergehalte nahmen gegenüber der ersten Probenahme am 19.04.2016 sogar noch ab. Das ist durchaus erklärlich, da mit dem Massezuwachs zunächst eine Verstärkung der faserärmeren Blattfraktion im Erntegut zu beobachten ist.

Würde man für die kommenden Wochen eine nach Erfahrungswerten durchschnittliche Zunahme  der Fasergehalte unterstellen, könnten die weiter entwickelten Ackergrasbestände am 4. Mai erntereif sein, wobei Abweichungen in Richtung früherer Schnitt nicht ausgeschlossen sind. Im Mittel könnten nach Stand der Entwicklung vom 26.04.16 Ackergras und Mineralbodengrünland zwischen dem 11. und 15. Mai schnittreif sein. Ob die Veränderung der Fasergehalte gegenüber dem Durchschnitt verlangsamt oder zügiger abläuft als im Allgemeinen erwartet lässt sich noch nicht abschätzen. Beides ist denkbar und es hängt ganz besonders von der Witterung in den nächsten Tagen ab, die uns hoffentlich den erwünschten Ertragszuwachs bringt. In einer Woche ist es uns möglich, die voraussichtlich optimalen Termine weiter einzugrenzen.

Schnittzeitpunkt 2016: 2. Mitteilung - Tabelle Download [Schnittzeitpunkt 2016: 2. Mitteilung - Tabelle/ 118 kB]







Datum:   29. April 2016