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Schnittzeitbestimmung Grünland 2018 _ 3. Mitteilung

Starker Massezuwachs

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Die warme Witterung der letzten Woche hat die Ertragsbildung sichtlich gefördert. Im Mittel der Ackergrasflächen sowie auf einzelnen Standorten verdoppelte sich der Ertrag gegenüber der Vorwoche. Auch auf dem Mineralbodengrünland trifft das für zwei Flächen zu. Hier lag der Massezuwachs im Mittel bei zwei  Dritteln der

Zunahme beim Ackergras. Für den normal späteren Start im Niedermoor ist der Trockenmasseertrag vergleichsweise hoch ausgefallen und liegt naturgemäß derzeit noch deutlich unter dem des Mineralbodens. Zu berücksichtigen ist hier, dass die Testflächen im Frühjahr überwiegend bzw. nicht von so hohen Grundwasserständen beeinflusst waren, dass ein für Niedermoor normales Wachstum verhindert wurde. 

Der Blick auf die Qualitätsparameter zeigt für die Rohasche weiterhin Werte über 100 g/kg TM. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das auf die Mineralstoffgehalte in den Aufwüchsen zurückzuführen. Der Rohproteingehalt hat sich gegenüber den vorherigen Probenahmen verringert. Mit dem Massezuwachs trat nun der bekannte Verdünnungseffekt ein. Dennoch befinden wir uns am Tag des Probeschnitts mit über 21 % Rohprotein in der TM noch deutlich über den 18 %, die für die Fütterung  maximal erwünscht sind. Gleichzeitig sind diese hohen Proteingehalte ungünstig für die Silierung, da sie die Vergärbarkeit verringern. Im Zweifelsfall ist der Einsatz von Silierhilfsmitteln mit DLG-Gütezeichen für mittel- bis schwer vergärbares Futter anzuraten. Rohfett, Zucker und Gasbildung liegen in günstigen Bereichen.

Deutlich geringer als für dieses Stadium üblich und sehr unterschiedlich an den einzelnen Orten war die Veränderung der Fasergehalte. Neben nahezu stagnierenden Gehalten traten sowohl Zunahmen im minimalen bis prognostizierten Bereich und sogar Rückgänge auf. Die tatsächliche Entwicklung der Faserwerte stimmte nur in wenigen Fällen mit den Erfahrungswerten überein. Damit wird abermals gezeigt, das aktuelle Beprobungen erforderlich sind, um sich auf den günstigsten Schnittzeitpunkt einstellen zu können. Am 8. Mai lagen die Energiegehalte noch auf relativ hohem Niveau und hatten nur geringfügig abgenommen.

Selbst bei nur geringen Zunahmen im Fasergehalt dürften auch die Ackergrasschläge, die bisher noch nicht als schnittreif angesprochen wurden, größtenteils in wenigen Tagen zu schneiden sein. Auf dem Mineralboden wäre  zu beachten: Zwar scheint nach den Richtwerten für die Fasergehalte die Schnittreife erreicht zu sein, aber je nach Bestandeszusammensetzung sind weiterhin bei einem verstärkten Auftreten der Untergräser nur geringe Veränderungen der Faserwerte möglich. In diesen Fällen wären mit einigen weiteren Aufwuchstagen eine Verringerung der Rohproteingehalte und etwas an Massezuwachs mitzunehmen.

Auch auf dem Niedermoor kam es in den Vorjahren immer wieder zu diesem Effekt, der die Rohfaserzunahme je nach Bestand recht moderat ausfallen ließ. Andererseits zeigen die aktuellen Analysewerte, dass Veränderungen innerhalb einer Woche schneller als erwartet auftreten können.

Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung
Dr.  Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt M-V, Dummerstorf


(Rostock, 11.05.2018)

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Datum:   11. Mai 2018